Besinnliches füllt im Theater fast alle Sitze

Freie Presse - Plauener Zeitung (09.12.2011)

Beim seinem diesjährigen Weihnachtskonzert schöpfen die Akteure aus den Vollen

Plauen – Auf der Theaterbühne hat nicht nur Spektakuläres und Provokantes seinen Platz. Auch das ungetrübt Schöne und Besinnliche nimmt sich dort gut aus. Das war so Mittwochabend im nahezu ausverkauften Plauener Vogtland Theater beim Weihnachtskonzert des Hauses Plauen - Zwickau und wurde mit üppigem Beifall honoriert.

Ausstatterin Gretl Kautzsch und Dieter Roth, der frühere Plauener Intendant, der die szenische Einrichtung konzipierte, hatten für ein stimmungsvolles Bühnenbild, eine sorgsame Lichtregie und ansprechende Platzierung der Akteure gesorgt.

Aufgeboten waren das Philharmonische Orchester sowie ein über 100 Stimmen starkes Ensemble aus dem Opern-Chor und den beiden Singakademien, weiterhin der Kinderchor des Theaters, fünf Solisten und wechselweise zwei Männer am Pult - Friedemann Schulz, der aktuelle Chordirektor, und mit Generalmusikdirektor Eckehard Rösler ein langjähriger ehemaliger Chorchef. Dazu kamen noch der erfahrene Werner Rautenstengel und die 13-jährige Plauener Schülerin Lina Mareike Wolfram, die auf bewegende Weise Gedichte und Erzählungen zur Weihnachtszeit vortrugen.

Neben Bekanntem wie Georg Friedrich Händels „Tochter Zion” und Engelbert Humperdinck's „Abendsegen”, bei dem sich der Kinderchor bewährte, erklang mit Charles Camille Saint-Saëns „Weihnachtsoratorium” auch ein Stück, das erst in jüngerer Zeit außerhalb Frankreichs zu hören ist. Das halbstündige Jugendwerk Saint-Saëns von 1858, gewidmet seiner Schülerin Madame la Vicomtesse de Grandval, verströmt tiefe Poesie, hat zarte, melodienselige Passagen wie auch große pathetische Momente und dürfte - wird es so subtil wie am Mittwoch unter Rösler interpretiert - auch hierzulande seinen Weg machen. Da erfreute getragen vom warmen Streicherklang ein in allen Phasen geschmeidig klingender Chor, ließen die bestens disponierten Solisten Juliane Schenk, Judith Schubert (beide Sopran), Nathalie Senf (Alt), Yidong Qiao (Tenor) und der für den erkrankten Hinrich Hom eingesprungene Leipziger Bariton Daniel Ochoa die Ensembles zum Erlebnis werden. Das mit Hingabe begleitende Orchester steuerte als eigenen, kontrastreich musizierten Beitrag Georges Bizets humorvolle „Petite Suite” bei.

von Volker Müller

Zurück